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Smart Leading - Wie Sie sich und Ihre Mitarbeiter mit Herz und Verstand erfolgreich führen.

Smart Leading - Wie Sie sich und Ihre Mitarbeiter mit Herz und Verstand erfolgreich führen.

von: Ingo Trosiner

tredition, 2021

ISBN: 9783347250406 , 280 Seiten

Format: ePUB

Kopierschutz: DRM

Windows PC,Mac OSX für alle DRM-fähigen eReader Apple iPad, Android Tablet PC's Apple iPod touch, iPhone und Android Smartphones

Preis: 9,95 EUR

Exemplaranzahl:  Preisstaffel

Für Firmen: Nutzung über Internet und Intranet (ab 2 Exemplaren) freigegeben

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Smart Leading - Wie Sie sich und Ihre Mitarbeiter mit Herz und Verstand erfolgreich führen.


 

SMARTE FÜHRUNG

Wenn Sie bisher hierhin durchgehalten haben, erwarten Sie vielleicht, dass ich jetzt die Antworten komprimiert darlege. Leider nicht. Zum einen bitte ich um noch ein wenig Geduld und zum anderen kann ich Ihnen die Antworten auch später nicht schrankfertig servieren. Aber keine Sorge, Sie erhalten das notwendige „Rüstzeug“, um selber den für Sie und Ihr Unternehmen richtigen Weg einzuschlagen.

„Es gibt nicht die eine Vorgehensweise, die man einfach nehmen kann und für alle Sachverhalte erfolgsversprechend einsetzt.

Sie erahnen es, ich kann Ihnen lediglich meine Antworten geben und Ihnen gewisse Vorgehensweisen nahelegen. Die Antworten dabei müssen Sie schon selber erarbeiten. Warum? Ganz einfach: Jede Unternehmung, jeder Mitarbeiter, jede Situation erfordern eine angepasste, stimmige Vorgehensweise. Es gibt nicht die eine Vorgehensweise, die man einfach nehmen kann und für alle Sachverhalte erfolgsversprechend einsetzt. Wenn Sie das erwartet haben, dann muss ich Ihnen diesen Zahn an dieser Stelle ziehen. Bevor wir uns nun dem spannenden Thema nähern, wie man andere führt, müssen wir einen Step bei uns selbst verbleiben.

Sich selbst führen und führen lassen

Ja, Sie lesen richtig. „Sich selbst führen und sich führen lassen“ ist nun zunächst das Thema. Ich bin fest davon überzeugt, dass man andere nur führen kann, wenn man sich selber führen kann. Wer selber mit seinem Umfeld oder mit seiner Situation nicht klarkommt, sein Leben „nicht in den Griff“ bekommt, wie will er dann andere anleiten besser zu werden, wie will er mit anderen die vereinbarten Ziele erreichen? Wenn ich permanent pessimistisch durchs Leben laufe, mich überall auf die Schwächen konzentriere und auf das was nicht da ist, dann kann ich definitiv nicht andere glaubhaft überzeugen, das halbleere Glas bitteschön als halbvoll zu betrachten. Dies ist nicht authentisch und wird deshalb auch keine Kraft erzeugen. Einverstanden?

Was heißt denn nun sich selber führen und führen lassen? Sie haben vielleicht schon einige Literatur zum Thema Führung gelesen oder mit Kollegen oder auch Ihrem Chef, Ihren Mitarbeitern darüber gesprochen. Wie oft ging es dabei um das Thema „Selbstführung“?

Ein paar Mal? Wenige Male? Überhaupt nicht? Wenn ich auf meine eigene Karriere zurückblicke, habe ich mich sehr selten damit beschäftigt. Natürlich stellt sich jeder von uns die Frage wie man mit gewissen Situationen umgeht, ob man sich alles gefallen lässt, „wie man sich positioniert“. Insgesamt widmen wir uns aber - davon bin ich überzeugt - diesem Thema zu wenig. Schaut man in die klassische Führungsliteratur, findet man dazu ebenso wenig bis nichts. Mit wenigen herausragenden Ausnahmen, wie z.B. Boris Grundl, Alexander Groth oder auch Christian Kohlhof und Michael Portz.

Stärkenfokussierung

Wie gerade schon angerissen geht es nun darum, wie ich mich selber bei bestimmten Situationen verhalte - und das nicht nur aus dem Bauch heraus. Sondern konsequent und authentisch.

Viele sind mit dem was Sie im Job erreicht haben nicht zufrieden. Es ist aber ein Irrglaube, wenn man mit seinem bisherigen Setting einfach weitermacht und lediglich versucht seinen Input zu erhöhen. Also man investiert mehr Zeit, entweder durch Überstunden oder man versucht intensiver zu arbeiten - kürzere Pausen oder Erhöhung der Schlagzahl. Ich habe mich oft selbst dabei ertappt, wie ich von dem einen zum anderen Meeting gehastet bin, wie ich Pausen verkürzt habe und sogar darauf verzichtet habe. Wenn man die Maschine längerfristig auf / über 100% fährt, kann man zusehen, bis einem die ganze Sache um die Ohren fliegt.

Natürlich wird es immer Situationen geben, wo es kurzfristig Sinn macht, mal etwas mehr Gas zu geben. So macht es z.B. bei einem Überholvorgang auf der Autobahn auch Sinn, die Geschwindigkeit zu erhöhen. Fahre ich aber dauerhaft mit über 200 km/h, wird das irgendwann einmal nicht mehr gut gehen.

Was also tun? Wenn man feststellt, dass man durch kurzfristiges „Mehrarbeiten“ seinem Ziel nicht näherkommt? Bei einem Unternehmen würde man sagen, es besteht nicht nur eine operative Lücke, sondern eine strategische. Man würde dann ggf. einen „Change-Prozess“ einleiten. Sprich, eine Veränderung einleiten.

So auch bei uns Menschen. Wenn wir das Ziel mit den bisherigen Mitteln nicht erreichen, müssen wir etwas grundlegend anders machen. Wir müssen uns verändern, wir müssen wachsen. Dies ist natürlich einfach gesagt und noch einfacher geschrieben.

Man muss die Muße haben, sich intensiv mit sich selbst zu beschäftigen um die Frage zu beantworten „Wo liegen meine Stärken“. Wo habe ich ein Talent? Eine Stärke / Talent ist etwas was ich gut kann. Ich kann etwas gut, wenn ich positive Ergebnisse für mich oder andere damit erreiche und wenn es mir mit relativ wenig Aufwand gelingt. Erst wenn ich dies erkenne, kann ich auch meine Stärken gezielt VERstärken. Wir Menschen neigen doch oft dazu, uns auf Schwächen zu konzentrieren. Gerade bei anderen, aber durchaus auch bei uns selbst.

Wenn man sich auf Schwächen bei sich selbst konzentriert, versetzt uns dies erst einmal in eine negative Grundstimmung. Versucht man dann mit Kraft an dieser Schwäche zu arbeiten, erreichen wir eventuell eine durchschnittliche Leistung. Bei der Führung geht es aber darum, sich selber und andere zu Top-Leistungen zu bringen. Verzwickt, oder?

Verstehen Sie mich bitte richtig: Selbstverständlich müssen wir uns bei der Selbstreflexion auch mit unseren Schwächen beschäftigen. Aber es ist was grundlegendes anderes, ob ich eine Schwäche akzeptiere oder ob ich mich permanent damit beschäftige, wie ich diese Schwäche eliminiere bzw. kaschiere. Auch als Führungskraft müssen Sie mit den Schwächen Ihrer Mitarbeiter umgehen. Hier wäre es ebenso ein Fehler, sämtliche Schwächen Ihrer Mitarbeiter „in den Griff zu bekommen“. Konzentrieren Sie sich lieber auf die vorhandenen Stärken.

Eine Schwäche ist eine Eigenschaft die man „nicht besonders gut kann“. Also, wo man keine bzw. unterdurchschnittliche Ergebnisse erzielt. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Ein Boxer muss sich entscheiden, ob er Links- oder Rechtsausleger ist. Linksausleger bedeutet, dass er das linke Bein in Richtung Gegner nach vorne stellt genauso wie die linke Hand. Die rechte Hand ist hier die Schlaghand. Warum ist das so? Weil der Boxer in unserem Beispiel eine stärkere rechte Hand hat. Er hat dort sprichwörtlich „mehr Wums“ drin. Da sie vom Gegner etwas abgewandt ist, kann er mit der Beschleunigungsstrecke eine höhere Schlagkraft erzielen.

Diesem Boxer ist durchaus bewusst, dass seine linke Hand weniger Schlagkraft entfalten kann. Sich nun auf eine Schwäche konzentrieren würde jetzt bedeuten, dass er bei jedem Training versucht, die Schlagkraft der linken schwächeren Hand zu erhöhen. Warum sollte er das tun? Macht es nicht mehr Sinn, die schon gute Schlagkraft der rechten Hand noch weiter zu erhöhen?

Richtig: Genau das tut ein Boxer. Er würde niemals auf die Idee kommen, seine Auslage auf die andere (schwächere Seite) zu verändern.

„Man muss sich selber Befehle erteilen, die man auch befolgt. Entweder du gehorchst anderen Menschen und bist abhängig oder du gehorchst dir selber und bist frei.

(Boris Grundl)

Bedeutet das nun, dass alle Schwächen ignoriert werden sollen? Ein klares JEIN! Der Jurist würde jetzt wohl sagen: „Es kommt darauf an“. Und genauso ist es.

Bei den vorhandenen Schwächen muss man differenzieren. Ist es eine Schwäche, die weder für mich noch für andere ein Problem ist? Dann bin ich mir dieser Schwäche bewusst, akzeptiere sie und beschäftige mich damit aber nicht weiter. Oder aber ist es eine Schwäche, die für mich und oder andere eine negative Auswirkung haben könnte? Dann muss ich in der Tat daran arbeiten und diese Schwäche in ein erträgliches Maß bringen.

Ein deutliches Beispiel: Ein Mensch, der nicht so recht seinen Weg im Leben findet und versucht, seine Probleme mit Alkohol zu betäuben. Dieser Mensch wird mit hoher Wahrscheinlichkeit sich und ggf. noch weitere Menschen in den Abgrund ziehen. Wenn wir hier den Hang zum Alkohol als Schwäche identifizieren, dann wäre es sehr töricht diese Schwäche zu ignorieren. Nach dem Motto: „Ist halt so“. Bitte nicht.

Ein anderes Beispiel: Sie erkennen bei einem Mitarbeiter eine ausgemachte Rechtschreibschwäche. Der Mitarbeiter arbeitet bei Ihnen in der telefonischen Hotline eines schwedischen Möbelhändlers und berät Kunden zu Fragen, die den Aufbau des Möbelstückes betreffen. Warum sollten Sie jetzt als Führungskraft intensiv daran arbeiten, seine Rechtschreibschwäche in den Griff zu bekommen?

Ein anderer Kollege: Ein Ingenieur auf höchstem Niveau, der innovative Entwicklungen der E-Mobilität...